Johann Sebastian Bach (1685–1750), in Eisenach geboren, gilt als einer der größten Komponisten der Musikgeschichte. Weniger bekannt: Zwei prägende Jahre verbrachte er als Jugendlicher in Lüneburg.
Im Jahr 1700 kam der 15-Jährige mit einem Stipendium an die angesehene Michaelisschule – ein Ort für „armer Leute Kinder mit guter Stimme“, der Unterricht, Kost und Logis bot. Hier erlebte Bach eine musikalisch außergewöhnliche Umgebung: Die Schule besaß eine der größten Chorbibliotheken Deutschlands, in St. Johannis erhielt er Orgelunterricht bei Georg Böhm, und in St. Michaelis wurde gerade eine neue Chororgel gebaut, sodass er mit dem Orgelbauer-Umfeld von Arp Schnitger in Kontakt kam.
Die Zeit an der Ilmenau dürfte ihn musikalisch nachhaltig geprägt haben – lange bevor er in Leipzig als Thomaskantor wirkte und mit Werken wie der Matthäus-Passion, den Brandenburgischen Konzerten oder dem Wohltemperierten Klavier Musikgeschichte schrieb.
