Heinrich Heine (1797–1856), geboren in Düsseldorf, war einer der bedeutendsten Dichter des 19. Jahrhunderts – und hatte ein ambivalentes Verhältnis zu Lüneburg, wo seine Eltern von 1822 bis 1828 lebten. Mehrfach besuchte er sie und wohnte vis-à-vis dem Rathaus – aber begeistern konnte ihn das Leben hier wenig: Die Stadt nannte er in einem Brief an seine Schwester „die Residenz der Langeweile“, bezeichnete sie als „das alte, mürrische Lüneburg“.
Und doch: In dieser „Wüste“ fand Heine Inspiration, schrieb von den rauschenden Bäumen, die ihm neben aller Langeweile „alte vergessene Lieder“ ins Gedächtnis riefen – und hier soll laut Historiker Werner Preuß auch sein berühmtes Gedicht „Die Loreley“ entstanden sein. Trotz seiner Klagen über Einsamkeit knüpfte Heine in Lüneburg wichtige Kontakte: Er schloss Freundschaft mit dem Superintendenten-Sohn Rudolf Christiani und schwärmte von der Frau des Amtmanns Jochmus, die er als „Sultanin zu Lüne“ pries.
Sein Spott war scharf, doch die Stadt hat ihn nicht vergessen: Eine Gedenktafel, die 1933 von den Nazis entfernt wurde, erinnert heute an den großen Dichter, und das Heinrich-Heine-Haus Am Ochsenmarkt ist seit 1993 zentraler Ort zahlreicher Veranstaltungen für Kunst und Kultur.
