Gerhard Fietz (1910–1997) zählt zu den bedeutendsten abstrakten Malern der deutschen Nachkriegszeit. Nach einem Aufenthalt in Schloss Bleckede zog er 1979 mit seiner Familie dauerhaft in den benachbarten Ort Göddingen, wo er bis zu seinem Tod lebte und arbeitete. Dort entstand ein zentraler Teil seines künstlerischen Spätwerks. Heute erinnert das Bleckeder Gerhard-Fietz-Haus mit Atelier und Ausstellungen an den Künstler, das Kunstarchiv Lüneburg verwahrt Teile seines Nachlasses, und das Gesamtwerk des Künstlers ist in mehreren Bänden der Sparkassenstiftung Lüneburg dokumentiert.
Fietz’ Leben war von Brüchen und innerer Suche geprägt: Er wurde in Breslau geboren, studierte in Düsseldorf und Berlin, wurde im Zweiten Weltkrieg als einfacher Soldat in Russland verwundet. Die traumatischen Erfahrungen und das Leid des Krieges bestimmten seine Kunst, seine abstrakten Werke gelten als geistige Antwort auf Zerstörung und Orientierungslosigkeit.
1949 war Fietz Mitbegründer der Künstlergruppe ZEN 49, die für einen Neuanfang der deutschen Kunst stand. Später wurde er Professor in Berlin, seine Werke wurden international ausgestellt – doch seinen Rückzugs- und Schaffensort fand er an der Elbe bei Lüneburg.
