Nur ein Bronzekopf und eine Inschrift auf dem Lüneburger Michaelisfriedhof erinnern heute an sie: „Der großen Künstlerin die dankbare Vaterstadt“. Dabei war Charlotte Huhn (1865–1925) einst eine gefeierte Altistin, die auf internationalen Bühnen stand. Geboren wurde sie als jüngstes von fünf Kindern in der Grapengießerstraße 27 in Lüneburg, schon früh zeigte sich ihr außergewöhnliches musikalisches Talent. Bereits mit 15 Jahren trat sie erstmals öffentlich auf. Dank ihrer Begabung und mit Unterstützung aus Lüneburgs kunstverständigen Kreisen konnte sie am renommierten Konservatorium in Köln Gesang studieren – mit Bestnoten. Ihr Weg führte sie durch zahlreiche Konzerthäuser in Europa und in den USA, Kritiker lobten ihre Stimme als „Alt von wunderbarem Umfang“.
Trotz internationaler Erfolge kehrte Charlotte Huhn immer wieder in ihre Heimatstadt Lüneburg zurück – ob für Gastspiele oder um ihre Verbindung zur Stadt zu pflegen. Sie gründete später eine Gesangsschule in Köln, lebte zuletzt jedoch zurückgezogen und verarmt in Hamburg, wo sie mit kaum 60 Jahren verstarb.
