Kurt „Jean“ Leppien (1910–1991), geboren in Lüneburg, blieb seiner Heimatstadt trotz Verfolgung und Exil ein Leben lang verbunden. Als Sohn eines Rosshaartuchfabrikanten wuchs er in der Grapengießerstraße auf und besuchte später das Johanneum, wo sein künstlerisches Talent früh erkannt wurde. 1929 ging er ans Bauhaus Dessau, studierte bei Klee, Kandinsky und Albers. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten floh Leppien mit seiner Frau Suzanne nach Frankreich, kämpfte in der Fremdenlegion und überlebte ein Todesurteil der Gestapo. Seine Frau wurde als sogenannte Halbjüdin nach Auschwitz deportiert, konnte aber fliehen. Im Mai 1945 trifft sich das Paar in Paris wieder und lebt fortan weiter in Frankreich.
Leppiens Werk verkörpert die geometrische Abstraktion der Nachkriegsmoderne. Als Exilkünstler der Nachkriegsavantgarde zog er sowohl aus seiner Bauhauszeit in Dessau als auch aus seinen Begegnungen mit der Art Abstrait in Paris seine Inspiration. Seine Gemälde zeichnen sich durch geometrische Abstraktion aus und weisen häufig kosmische Assoziationen auf.
Erst 1988 wurde sein Werk in Lüneburg wahrgenommen und ausgestellt, nachdem 1987 seine Autobiografie Ein Blick hinaus erschien. Heute befinden sich seine Werke u. a. im Kunstarchiv Lüneburg der Sparkassenstiftung Lüneburg, sein schriftlicher Nachlass liegt im Stadtarchiv.
